Seepferdchen, Bronze, Silber Gold – nur eben international? Fast!
Die Internationalen Schwimmabzeichen zeigen nicht, dass ein Kind irgendwie eine bestimmte Strecke geschwommen ist und sich grob über Wasser halten kann. Nein, die internationalen Schwimmabzeichen zeigen dass das Kind gelernt hat, das Wasser und seine Eigenschaften zu verstehen und damit umzugehen. Sie zeigen Schritt für Schritt auf, welche Fähigkeiten das Kind im Wasser beherrscht.
Hierbei ist schon beim internationalen Seepferdchen ein Verständnis für das Wasser und seine eigenen Fähigkeiten von nöten, sodass jedes Kind mit internationalem Schwimmabzeichen eine gewisse Grundsicherheit im Wasser haben sollte. Wie sonst, sollte ein rund fünfjähriges Kind sich mit Klamotten rückwärts ins Wasser fallen lassen und selbstständig wieder herauskommen?
Aber warum gibt es die internationalen Schwimmabzeichen überhaupt?
Um uns diese Frage zu beantworten, müssen wir einen kurzen Blick auf das Schwimmlehrsystem in Deutschland werfen, denn Schwimmlehrer ist nicht gleich Schwimmlehrer!
In Deutschland ist es grundsätzlich möglich, als Schwimmlehrer zu arbeiten und eine eigene Schwimmschule zu gründen, ohne dafür jemals eine einheitlich vorgeschriebene Ausbildung absolviert zu haben. Das bedeutet, dass rein theoretisch jeder als Schwimmlehrer abreiten kann, egal wie viel Ahnung er vom Schwimmen an sich oder von der Pädagogik mit Kindern besitzt.
Und genau hier setzten die internationalen Schwimmabzeichen an. Sie wurden in Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Schwimmlehrerverband (DSLV) und dem internationalen Tauchsportverband (S.U.B.) entwickelt, um einen Qualitätsstandard in der Schwimmausbildung zu fördern und zu mehr Sicherheit im Wasser beizutragen. Daher dürfen die internationalen Schwimmabzeichen nur von entsprechend ausgebildeten und qualifizierten Schwimmlehrern abgenommen werden.
Aber was ist jetzt eigentlich der Unterschied zwischen den deutschen und den internationalen Schwimmabzeichen?
Wer einmal einen genaueren Blick auf die Anforderungen der deutschen und der internationalen Schwimmabzeichen wirft, der wird ziemlich schnell feststellen: So unterschiedlich sind sie eigentlich gar nicht. Ganz im Gegenteil, spätestens ab Silber sind die Anforderungen nahezu identisch. Beide Systeme prüfen nicht nur wie weit ein Kind schwimmen kann, sondern auch weitere Fähigkeiten, wie Springen, Tauchen und – je nach Abzeichen – Kenntnisse zur Sicherheit im und Rund ums Wasser.
Somit liegt der entscheidende Unterschied nicht in den Fähigkeiten, die ein Kind zu leisten hat um eines der Schwimmabzeichen zu erlangen, sondern viel mehr darin, wer das Abzeichen vergeben darf und welches System dahinter steckt.
Aber was bedeutet das eigentlich?
Im Grunde verfolgen die deutschen und die internationalen Schwimmabzeichen das gleiche Ziel, Schwimmfähigkeiten zu prüfen und nachzuweisen. Ab Bronze sind die Anforderungen nahezu identisch. Der Unterschied liegt also vor allem darin, wer berechtigt ist, die entsprechenden Abzeichen abzunehmen und in welchem Rahmen diese eine Gültigkeit besitzen. Während die deutschen Schwimmabzeichen vor allem auf Deutschland ausgerichtet sind, besitzen die internationalen Schwimmabzeichen auch über die Grenzen Deutschlands hinaus eine Gültigkeit.
Aber was muss mein Kind für die einzelnen Abzeichen eigentlich können?
Vom ersten sicheren Umgang mit Wasser über die ersten Schwimmzüge bis hin zur Ausdauer und einer guten Schwimmtechnik, steigen die Anforderungen von Abzeichen zu Abzeichen. Die genauen Anforderungen finden Sie mit einem Klick auf das jeweilige Abzeichen.
Das Internationale Seepferdchen

- Sprung vom Beckenrand und 25 m in Bauch- oder Rückenlage schwimmen.
- Heraufholen eines Gegenstands mit den Händen aus schultertiefen Wasser.
- Rückwärts mit Kleidung ins Wasser fallen und alleine wieder an den Beckenrand kommen.
- Kenntnis der Baderegeln.
Das Internationale Jugendschwimmabzeichen Bronze

- Ca. 2 Meter Tieftauchen mit heraufholen eines Gegenstands.
- Paketsprung vom Startblock oder einem Einmeterbrett (beim Paketsprung werden die Beine zum Körper gezogen und mit den Händen umfasst).
- Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 15 Minuten schwimmen, wobei mindestens 200 m zurückgelegt werden müssen. Von den 200 m müssen 150 m in Bauch- oder Rückenlage und 50 m in der jeweils anderen Lage geschwommen werden.
- Rückwärts mit Kleidung ins Wasser fallen lassen und mindestens 2-3 Minuten in Rückenlage im Wasser liegen.
- Kenntnis der Baderegeln.
Das Internationale Jugendschwimmabzeichen Silber

- 10 Meter Streckentauchen mit Abstoßen vom Beckenrand.
- Zweimal ca. 2 m Tieftauchen mit herausholen von jeweils einem Gegenstand.
- Einen Sprung aus 2 m Höhe oder zwei verschiedene Sprünge aus 1 m Höhe.
- Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 20 Minuten schwimmen, wobei mindestens 400 m zurückgelegt werden müssen. Von den 400 m müssen mindestens 300 m in Bauch- oder Rückenlage und 100 m in der jeweils anderen Lage geschwommen werden.
- Kenntnis der Baderegeln
Das Internationale Jugendschwimmabzeichen Gold

- 10 m Streckentauchen ohne Abstoßen vom Beckenrand.
- Dreimal ca. 2 m Tieftauchen mit heraufholen von jeweils einem Gegenstand innerhalb von drei Minuten.
- Ein Sprung aus 3 m Höhe oder zwei verschiedene Sprünge aus 1 m Höhe.
- Sprung kopfwärts vom Beckenrand und 30 Minuten schwimmen, wobei mindestens 800 m zurückgelegt werden müssen. Von den 800 m müssen mindestens 650 m in Bauch- oder Rückenlage und 150 m in der jeweils anderen Lage geschwommen werden.
- 50 m Rückenschwimmen mit Grätschschwung ohne Armtätigkeit oder Rückenkraulschwimmen.
- Startsprung und 25 m Rückenkraulschwimmen.
- Startsprung und 50 m Brustschwimmen in höchstens 1:15 Minuten.
- 50 m Transportschwimmen (schieben oder ziehen).
- Kenntnis der Baderegeln.
Alle Prüfungsanforderungen müssen ohne Hilfsmittel absolviert werden!
